Norwegen im Sommer

Freitag 01. Juli 2005

Nach der Nacht auf der Fähre sehe ich am frühen Morgen nun auch Norwegen. Als ich gegen halb sechs aufwache, stelle ich fest, dass es völlig ruhig ist, nichts schwankt, kein Motorengeräusch. Das liegt daran, das wir im Hafen liegen. Ich bin allerdings noch viel zu müde, um mich dafür zu interessieren, wo genau wir sind. Ich schlafe noch ein wenig weiter, nur Holger hat keine Ruhe mehr und erkundet das Schiff um herauszufinden, wo es Frühstück gibt. Gegen 8.00 Uhr stehen wir dann auf und gehen zum frühstücken. Unsere Mitreisenden tauchen nach und nach auf. Wir haben fast den ganzen Tag Zeit um uns Norwegen vom Wasser aus anzusehen. Ich sehe sanfte Hügel, Fjorde und Holzhäuser in unterschiedlichen Farben. Alles ist bewaldet und die höheren Berge im Hintergrund sind schneebedeckt.
Um 15.00 Uhr legt die Fähre in Bergen an. Das Abladen der Motorräder nimmt einige Zeit in Anspruch, aber gegen 15.30 Uhr stehen Alle glücklich im Hafen. Wir nehmen uns die Zeit, um uns die Altstadt von Bergen anzusehen. Das Holzhausviertel Bryggen gehört zum Weltkulturerbe.
Wir bummeln durch die Geschäfte und bewundern die Architektur der alten Gebäude.
Von hier aus starten wir unsere erste Tour in Norwegen.
Endlich kommen nun auch Kurven. Die Straße führt direkt am Wasser entlang. Hinter jeder Kurve erwartet uns ein neuer, meist spektakulärer, Ausblick auf Fjorde, Berge und Wasser.

Die Beschaffenheit der Straße lässt zu wünschen übrig, Schlaglöcher und Spurrillen sind tief. Aber, wie gesagt, die Landschaft entschädigt. Die schneebedeckten Berge scheinen immer näher zu kommen. Die Strassen werden teilweise sehr schmal, wir müssen gelegentlich anhalten um den Gegenverkehr durchzulassen. Auch hier sind die Orte sehr gepflegt und alle Holzhäuser sehen aus wie frisch gestrichen.
Um über das Wasser auf die andere Seite zu kommen nimmt man in Norwegen die Fähre. Da wir auf die andere Seite müssen, landen wir wieder auf dem Schiff, jetzt aber nur noch für 10 Minuten. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zu unseren Hütten in Lofthus. Wir haben drei Hütten auf die wir uns aufteilen.
Hier wird scheinbar viel Obst angebaut. Auf dem anschließenden Campingplatz und in der ganzen Gegend wachsen Kirsch- und Apfelbäume.
Jochen kocht, assistiert von Claudia, sehr leckere Nudeln. Holger hat eine alte Tischlerplatte gefunden, die uns als Tisch dient. Frank organisiert Stühle und deckt den Tisch. Es ist noch recht mild und da die Tage sehr lang sind, bemerkt niemand, wie spät es schon ist. Petrus meinte es heute gut mit uns, wir hatten den ganzen Tag Sonnenschein zwischen 25 und 27 Grad. Für Norwegen, wo es doch immer regnen soll, ist es so in Ordnung. Hoffen wir, dass es auch morgen so bleibt.