Dienstag, 27.05.2008

1. Werkstattaufenthalt

Da am Tag zuvor Claudias Motorrad kurz vor dem Hotel stehengeblieben war und sich nicht mehr starten ließ, stand an diesem Tag für zwei Leute ein Aufenthalt in einer Werkstatt auf dem Programm. Das Fahrzeug ließ sich zwar mit einem Starthilfekabel wieder zum Leben erwecken, allerdings war das "abrupte Absterben" der Batterie schon eigenartig und sollte von Fachleuten untersucht werden. Vom Hotel bekamen wir die Adresse einer Zweiradwerkstatt, und wir fuhren mit zwei Motorrädern dorthin. In der Werkstatt angekommen stellte man fest, dass die Generatorspannung viel zu niedrig war, aber dass man sich hauptsächlich mit Jawa- und Simsonmotorrädern auskannte. Daraufhin wurde per Handy jemand hergeholt, der sich neben Rasenmähern, landwirtschaflichen Geräten und japanischen Motorrädern auch mit BMW-Motorrädern beschäftigte. Wir folgten ihm in seine Werkstatt und ließen ihn arbeiten.

Nachdem er fast alle Teile in der Strom­versorgungskette ausgebaut und geprüft hatte, stellte er fest, dass ein Kabelbaumbruch unterhalb des Lenkungslagers die Ursache für das mangelnde Aufladen der Batterie und das abrupte Stehenbleiben sein musste. Während er anfing, die Kabelenden zusammen zu löten, überschlugen wir im Kopf, was wohl ein neuer Kabelbaum, der dieses Provisorium in Deutschland ablösen würde, kosten mochte. Als wir aber sahen, wie feinsäuberlich die Enden abisoliert, mit Säure gereinigt, zusammengelötet, mit Schrumpfschläuchen ummantelt und das Ganze noch mit Textilband abgeklebt wurde (woraufhin noch der am stärksten beanspruchte Teil in einen selbstkonstruierten Gummikanal geführt wurde), gaben wir das Vorhaben, den Kabelbaum in Deutschland zu ersetzen, auf: An dieser Stelle wird die Elektrik mit Sicherheit nicht mehr durchscheuern!

Frank


Dienstag: 27.05.2008

Wie auch gestern haben wir die vorbereitete Route ein wenig eingekürzt. Heute fährt der Tourenwart vorweg. Unser Ziel ist heute die am Montag nicht geöffneten Dolomitenhöhlen in Bozkovske. An der Zufahrt zur Höhle haben wir gewartet bis Holger einen passenden Parkplatz gefunden hatte. Es gab einen asphaltierten Parkplatz, natürlich gebührenpflichtig, eine Imbissbude war auch vor Ort. Wie fast immer sind die Fußkranken im Schatten oder bei einem Capuccino sitzen geblieben, alle die in die Höhle wollten mussten ein Stück bergab laufen. Auf eine Führung in unserer Sprache mussten wir fast eine Stunde warten. Es erschien eine junge Frau mit einem Rekorder in der Hand und begann uns diesen vorzuspielen, ob sie den Text aus dem Rekorder auch sprechen konnte, wer weiß. Fotos machen gab es nur gegen zusätzliche Gebühren, dafür bekam aber jeder „Fotograf“ einen roten Aufkleber angeklebt. Ich habe nachgezahlt, wollte mich so dem Zorn der Frau entziehen. Rolf hat heimlich einige Fotos gemacht, bekam am Schluss den Spruch „bitte an der Kasse nachzahlen“ zu hören, ob er wohl bezahlt hat? Das Eintrittsgeld war die Führung nicht wert, den Hitzeschock von ca. 8° im Berg und kleine 28° über Tage haben wir aber alle weggesteckt. Der Fahrtwind hat allen den Puls vom bergauf rennen wieder reduziert, es war sehr anstrengend.

Warten auf den Start
Parken bei der Höhle
Warten auf eine Führung
Stalagmiten

Unfallbericht:

Zwischen Frydstein und Odolenovice wurde auf ca. 600 Meter die Fahrbahndecke erneuert, geregelt wurde der Verkehr mit einer Ampelanlage. Alle sind über den noch warmen und von der Walze noch befahrenen Asphalt gefahren. Wegen der kurzen Ampelphase sind nicht alle gleich durchgekommen, also warten. Keiner hat seine Reifen angesehen während der Wartezeit, ich auch nicht. Weiterfahrt ins nächste Dorf, in einer leichten Rechtskurve, innerhalb der dörflichen Bebauung, kam uns plötzlich ein großer LKW entgegen. Der Erste bremst und hält, der Zweite fährt auf den vorausfahrenden und schon stehenden auf, die beiden folgenden Kräder können gerade noch daran vorbei, dann komme ich. Ich sehe zwei Motorräder ineinander fallen, bremse und schlage mit blockierten Vorderrad, das vom Teer der Strasse noch ganz nass und rutschig ist, auf die rechte Seite der Fahrbahn. (Koordinaten: N50 38.041 E15 07.672) Beide liegen wir am Rande und bekommen kaum noch Luft zum Atmen, benommen sehe ich zu meiner Lieben und registriere dass sie sich bewegt. Helfer und auch unser Doktor kümmern sich um uns. Nach einer Weile kann ich weiter fahren, meine Frau fährt auf einem anderen Krad mit. An einer Tankstelle in Hodkovice Nad Mohelkou essen wir eine Kleinigkeit und beraten. Abchecken was geschehen war, ist angesagt. Wegen der nahen deutschen Stadt Zittau sind wir dort in das Krankenhaus gefahren. Beide wurden wir geröntgt, Ergebnis Rippenbruch bei mir, Kapselabbruch bei meiner Frau. Holger, Tanja und Ralph haben sich rührend um uns gekümmert. Inzwischen habe ich mit meiner Versicherung telefoniert und veranlasst dass mein Fahrzeug zurückgeführt werden muss. Mehr hat meine Versicherung nicht für micht getan. Fahruntüchtig und ohne Versicherungshilfe haben wir uns notgedrungen wieder aufs Motorrad gesetzt und sind als Sozius zum Hotel gefahren. Gerade noch rechtzeitig zum Essen sind wir angekommen.

Helmut